Convergent Facilitation

Convergent Facilitation

Lösungen, die für alle funktioneren - Entscheidungen, die wirklich tragen

Stell dir eine sehr heterogene Gruppe verschiedener Stakeholder vor, die für ein wichtiges Thema eine Lösung braucht, und zwar eine Lösung, ...

  • bei der die Bedürfnisse aller berücksichtig sind
  • die Polarisierung überwindet
  • die praktikabel ist
  • die für alle funktioniert
  • die alle mittragen

Convergent Facilitation ist DIE Methode dafür.

"Convergent Facilitation ist eine Herzensarbeit und eine anspruchsvolle Geistesdisziplin. Es hat das Potential, beispiellose Transformation zu ermöglichen, sogar in schwierigen Interessenkonflikten."

Miki Kashtan

Hintergrund

Convergent Facilitation wurde von Miki Kashtan entwickelt, um mit kleinen und großen Gruppen tragfähige Lösungen oder Konzepte zu entwickeln - gerade dann, wenn es sehr heterogene Interessen gibt, die sich schier auszuschließen scheinen.

Ihre Grundannahme ist, dass eine Lösung nur dann tragfähig sein kann, wenn möglichst viele Bedürfnisse, Belange, Anforderungen - kurz, was den Beteiligten wichtig ist - von der Lösung abgedeckt werden.

Miki Kashtan hat die Methode vor allem im Rahmen von äußerst herausfordernden Prozessen, z.B. bei der Entwickung eines Gesetzesvorschlags zum Sorgerecht in Minnesota entwickelt, in dem jahrelang konträre Positionen aufeinanderprallten und durch Parteipolitik überlagert waren.

In diesem Beispiel, das sie auch näher in ihrem Buch ausführt, wurde der Gesetzesvorschlag im Repräsentantenhaus schließlich einstimmig verabschiedet.

"Es mangelt uns selten an Lösungsideen,
wenn wir Klarheit über unsere Bedürfnisse haben."

Ted Rau

Der essentielle Unterschied

Der Schlüssel für das Gelingen ist das Berücksichtigen der Bedürfnisse aller - und zwar von Anfang an. Während andere Methoden und Verfahren, wie z.B. World-Cafe, Scrum oder die Zukunftskonferenz, eher auf Kreativität oder Vielfalt abzielen, fokussiert Convergent Facilitation zunächst auf das, was den Beteiligten bei einer Lösung wichtig ist - Belange, Bedürfnisse, Notwendigkeiten - ohne eine Lösung vorwegzunehmen.

Und das Highlight: diese Kriterien werden von allen gemeinsam verabschiedet, noch bevor man an irgendeine Lösung denkt. Sie sind die Grundlage für alles Weitere.

Vorlieben und Toleranzbereich

Convergent Facilitation geht davon aus, dass alle Menschen Vorlieben haben. Gerade bei konträren Positionen sind diese oft unvereinbar.

Weiterhin geht Convergent Facilitation davon aus, das jeder Mensch darüber hinaus über einen Toleranzbereich verfügt. Lösungen in diesem Bereich sind akzetabel, selbst wenn sie nicht der Vorliebe entsprechen.

Oft ligen aber sogar die Toleranzbereiche der Akteure so weit auseinander, dass eine Lösung unmöglich erscheint.

Es geht also darum, die Toleranzbereiche aller so weit auszudehnen, dass sie sich berühren oder überschneiden. In dieser Überschneidung liegt die Lösung, die für alle funktioniert.

Und wodurch dehnt sich der Toleranzbereich einer Person aus? Wenn jemand das Gefühl hat, seine Belange und Bedürfnisse zählen. Dann ist die Person auch bereit, die Bedürfnisse anderer gelten zu lassen und bei einer Lösungsfindung einzubeziehen.

Training/Seminar

Im Mai und Oktober 2026 können Sie Convergent Facilitation bei uns lernen.

Lösungen entwickeln

Die gesammelten Kriterien, Bedürfnisse und Anfordeurngen dienen bei der Lösungsentwicklung quasi als Pflichtenheft. Alle Kriterien müssen Berücksichtigung finden. Nicht leicht, werden Sie denken. Stimmt, ist aber machbar.

Erstaunlicherweise entstehen oft auf Anhieb Lösungen, die für die meisten schon ziemlich akzeptabel sind. Der Grund ist darin zu finden, dass es eben nicht mehr um konkurrierende Vorlieben geht.

Schließlich werden Lösungen an den gesammelten Kriterien gespiegelt. Welche Lösung berücksichtig die Kriterien am besten? Wo ist noch Widerstand?

"Wir kamen einfach nicht zusammen, wir waren so völlig unterschiedlicher Meinung. Und ich dachte mir, wie soll das durch einen Workshop anders werden? Am Ende hatten wir eine gemeinsame Lösung, mit der wir alle leben konnten."

Zu einer Entscheidung kommen

Schließlich wird mit der offensichtlich am besten geeigneten Lösungsvariante weitergearbeitet, sie vielleicht noch verfeinert und und eine Entscheidung herbeigeführt.

Vorhandene Einwände, Vorbehalte oder Bedenken werden in die Lösung integriert. Die Lösung wird also in Details so abgeändert, dass Einwände zurückgezogen werden und sich Vorbehalte auflösen.

Bei all dem geht es immer wieder darum, die Bereitwilligkeit aller Stakeholder zu gewinnen, mit einer Lösung mitzugehen. "Might you be willing ..." fragt Miki Kashtan in Ihren Workshops nicht nur einmal.

Unterschied zu KonsenT und Konsens

Beim KonsenT, wie er in der Soziokratie oder Holokratie praktiziert wird, sind nur schwerwiegende oder berechtigte Einwände zugelassen. Das Ziel ist, den Widerstand gegen eine Lösung zu minimieren, so dass es kein Nein mehr gibt.

Convergent Facilitation variiert die Schwelle, mit der Einwände eingebracht werden können. Ist eine hundertprozentige Tragfähigkeit einer Entscheidung erforderlich, werden auch leichtere Vorbehalte und Bedenken aufgenommen und integriert. Im Ergebnis steht dann eine Lösung, die von allen wirklich von Herzen mitgetragen wird und alle Ja sagen können.

KonsenS ist meistens nur in Gruppen möglich, die ähnlich denken. In Stakeholdergruppen mit divergenten Perspektiven und Interesse ist Konsens kaum erreichbar. Warum? Weil er auf Vorlieben beruht, nicht auf den Bedürfnissen aller. Außerdem besteht in solch hoomogenen Gruppen oft ein gewisser Druck, nicht von seinem Vetorecht Gebrauch zu machen und einer Lösung zuzustimmen.

Convergent Facilitation hingegen lädt Dissens absichtlich ein, um ihn zu integrieren. Das Ziel ist, falls eine sehr hohe Tragfähigkeit angestrebt wird, eine Lösung so lange zu verfeinern, bis alle Bedürfnisse integriert sind und jeder voll und ganz hinter der Entscheidung stehen kann. Aus dieser Perspektive könnte eine Entscheidung mit Convergent Facilitation noch wasserdichter sein als mit einem Konsens.

Miki Kasthtan über Convergent Facilitation

"Besonders beeindruckt hat mich das Konzept der Willingness, das mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist."

Miki Kasthtan :: Ihr Buch

Miki Kasthan hat erst vor Kurzem ihr gesammeltes Facilitation-Wissen in einem Buch veröffentlicht. Convergent Facilitation wird hier umfassend und sehr praxisnah beschrieben.


The Highest Common Denominator

Using Convergent Facilitation to Reach Breakthrough Collaborative Decisions, Fearless Heart Publications, 2020


bestellen bei Hugendubel

(zurzeit nur als e-Book erhältlich)


Hinweis: Die Übersetzung ins Deutsche erfolgt zurzeit durch agonda. Die Erscheinung der deutschen Version ist für 2026 geplant.

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