Diverse Stakeholder entwickeln gemeinsam eine neue Struktur für die DGE Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung

Kein Einwand mehr

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE e.V. erreicht durch die Beteiligung aller Stakeholder eine Lösung, der alle zustimmen

Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE e.V. ist im vergangenen Jahr etwas Herausragendes gelungen. Sie hat mit vielen Stakeholdern gemeinsam ein Konzept für die Überarbeitung der so genannten DGE Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung erstellt und ohne Nein-Stimmen verabschiedet.

Das gab es noch nie. Auch früher waren Stakeholder immer wieder in konzeptionelle Entwicklungen einbezogen worden. Trotzdem gab es oft Kritik und Widerstand.

Was lief anders?

Zwei Dinge. Erstens wurden alle Stakeholder von Anfang an, also noch vor jeglichen konzeptionellen Überlegungen oder Ideen der DGE eingebunden. Und es waren einen ganze Menge Stakeholder: Einrichtungsleitungen, Küchenpersonal, Hauswirtschaftler, Träger von Einrichtungen, wie beispielsweise Kommunen, Ernährungswissenschaftler, die Politik und Caterer, die als Unternehmer neben einer guten Gemeinschaftsverpflegung auch natürlich auch wirtschaftliche Interessen haben. Insgesamt waren es gut 70 Personen.

Zweitens waren die Stakeholder aktiv und gleichberechtigt an der Konzeption beteiligt. Ein Novum, denn früher hat die DGE zwar Meinungen und Rückmeldungen aufgenommen, die Konzeption lag aber in ihren Händen.

Erfolg trotz Zeitdruck

Das Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat BMLEH hatte der DGE den Auftrag erteilt, die DGE Qualitätsstandards praktikabler zu gestalten. Grund dafür war der Ruf aus der Praxis, also aus den Senioren-Einrichtungen, Betriebskantinen, Krankenhausküchen, Schulkantinen und von Caterern.

Der Prozess lief jedoch nur von Mai bis November 2025. Es stand aufgrund der engen Vorgaben des Ministeriums für dieses anspruchsvolle Vorhaben also nur sehr wenig Zeit zur Verfügung. Trotzdem entschied man sich dafür, alle Stakeholder einzubinden. Bei Projektstart konnte man sich allerdings nicht vorstellen, wie das mit so vielen Beteiligten bis November gelingen sollte.

Gemeinsame Konzeption

Im Mai 2025 fand ein Auftaktworkshop mit allen Stakeholdern in den Räumlichkeiten der DGE statt. Dort wurde ein gemeinsames Fundament für die weitere Arbeit gegossen. Ein Anforderungskatalog entstand, in dem die Belange aller Stakeholder vereint waren und hinter denen alle stehen konnten.

Es wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Stakeholder zusammengestellt und von allen Anwesenden mandatiert. Dann ging es los. In mehreren Online-Treffen wurden Ideen gesponnen, konzeptionelle Ansätze entwickelt und zu einem Grobkonzept verdichtet. All das immer vor dem Hintergrund des gemeinsam verabschiedeten Anforderungskataloges. Ende August wurde das Grobkonzept von der gesamten Stakeholdergruppe verabschiedet.

In weiteren Online-Treffen wurden spezifische Aspekte des Konzeptes in thematischen Arbeitsgruppen weiter ausgearbeitet und zu einem Feinkonzept zusammengefügt.

Verabschiedung im KonsenT

Bei der Verabschiedung des Konzeptes im November ging es nicht nach dem Mehrheitsprinzip. Ziel war, dass alle hinter dem Konzept stehen. Alle Vorbehalte, Bedenken und Einwände wurden deshalb berücksichtigt und das Konzept so lange angepasst, bis niemand mehr ein Nein hatte.

Hat das dann nicht endlos lange gedauert? Nein. Der Zeitbedarf dafür war sehr überschaubar. Er musste auch überschaubar sein, denn die Projektzeit war knapp und die Stakeholder aus der Praxis konnten nur begrenzte zeitliche Ressourcen zur Verfügung stellen.

Was war entscheidend?

Die Einigung in so kurzer Zeit gelang, weil am Anfang des Prozesses sehr sorgfältig ein klarer Anforderungskatalog erstellt und von allen einstimmig verabschiedet wurde. Die Arbeitsgruppen hatten eine klare Orientierung. Außerdem ging es bei der Beratung des Konzeptes nicht um Vorlieben Einzelner. Es ging nur um die Frage, ob das Konzept die Anforderungen schon ausreichend gut erfüllt.

So gelang es also, mit 70 Personen gemeinsam ein Konzept zu erstellen und ohne Nein-Stimmen zu verabschieden – in 6 Monaten. Und all das noch für eine gute Sache: die Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung.