
Convergent Facilitation
Lösungen, die für alle funktionieren - Entscheidungen, die wirklich tragen
Stell dir eine sehr heterogene Gruppe verschiedener Stakeholder vor, die für ein wichtiges Thema eine Lösung braucht, und zwar eine Lösung, die ...
- Polarisierung überwindet
- praktikabel ist
- für alle funktioniert
- alle befürworten
- alle mittragen
Convergent Facilitation ist DIE Methode dafür.
Beispiele für den Einsatz
- Entwickeln einer Gesetzesvorlage
- Raumplanung in einer Bankfiliale
- Gesundheitsempfehlungen von Ärtzeverbänden
- Konzept für eine kommunale Großveranstaltung
- Neue Organisationsstruktur in einem Unternehmen
- Regeln für Zuspätkommen an einer Schule
- Konzept für ökologische Schädlingsbekämpfung
- Planung einer Beerdigung
- Neue Führungsstruktur an einer Schule
- Verkehrsberuhigung einer Durchgangsstraße
- Regeln für die Zusammenarbeit in einem Stadtrat
- Konzept für die neue Heizung in einer Eigentümergemeinschaft
- Lärmschutz in einem Kurort
- Umgangsvereinbarung getrennter Eltern
- u.v.m.
"Convergent Facilitation zielt auf eine Lösung, die alle voll und ganz annehmen können, selbst, wenn sie nicht ihren Vorlieben entspricht."
Miki Kashtan
Hintergrund
Convergent Facilitation wurde von Miki Kashtan entwickelt, um mit kleinen und großen Gruppen tragfähige Lösungen oder Konzepte zu entwickeln - gerade dann, wenn es sehr heterogene Interessen gibt, die sich schier auszuschließen scheinen.
Die Grundannahme ist, dass eine Lösung nur dann tragfähig sein kann, wenn möglichst viele Bedürfnisse, Belange und Anforderungen - kurz, was den Beteiligten wichtig ist - von der Lösung abgedeckt werden.
Miki Kashtan hat die Methode im Rahmen äußerst herausfordernder Prozesse entwickelt. Ein Beispiel ist die Entwickung einer Gesetzesvorlage zum Sorgerecht in Minnesota, bei dem jahrelang konträre Positionen aufeinanderprallten und durch Parteipolitik überlagert waren.
In diesem Beispiel, das sie auch näher in ihrem Buch ausführt, wurde der Gesetzesvorschlag im Repräsentantenhaus einstimmig verabschiedet.
"Es mangelt uns selten an Lösungsideen,
wenn wir Klarheit über unsere Bedürfnisse haben."
Ted Rau
Der essentielle Unterschied
Der Schlüssel für das Gelingen ist das Berücksichtigen der Bedürfnisse aller - und zwar von Anfang an. Während andere Methoden und Verfahren, wie z.B. World-Cafe, Scrum oder die Zukunftskonferenz, eher auf Kreativität oder Vielfalt abzielen, fokussiert Convergent Facilitation zunächst auf das, was den Beteiligten bei einer Lösung wichtig ist - Belange, Bedürfnisse und Anforderungen- ohne eine Lösung vorwegzunehmen.
Das Highlight: diese Kriterien werden gemeinsam verabschiedet, bevor es an die Lösungsfindung geht. Sie sind die Grundlage für alles Weitere.
Schnupperstunde
Convergent Facilitation unverbindlich kennenlernen und erfahren, wie man trotz Interessenkonflikten Einigung erzielen kann.
17. Juli, 9.30 - 11.00 Uhr: anmelden (Zoom)
Vorlieben und Toleranzbereich
Convergent Facilitation geht davon aus, dass alle Menschen Vorlieben haben. Gerade bei konträren Positionen sind diese oft unvereinbar.
Weiterhin geht Convergent Facilitation davon aus, das jeder Mensch darüber hinaus einen Toleranzbereich hat. Lösungen in diesem Bereich sind akzetabel, selbst wenn sie nicht der Vorliebe entsprechen.
Oft liegen aber sogar die Toleranzbereiche der Akteure so weit auseinander, dass eine Lösung unmöglich erscheint.
Es geht also darum, die Toleranzbereiche aller so weit auszudehnen, dass sie sich überlappen. In dieser Überlappung liegt die Lösung, der alle zustimmen können.

Wodurch dehnt sich der Toleranzbereich einer Person aus? Wenn jemand das Gefühl hat, seine Belange und Bedürfnisse zählen wirklich. Dann ist die Person auch bereit, die Bedürfnisse anderer gelten zu lassen und bei einer Lösungsfindung einzubeziehen.
Training/Seminar
Ende September 2026 ist die nächste Gelegenheit, Convergent Facilitation zu lernen.
Lösungen entwickeln
Die gesammelten Kriterien, Bedürfnisse und Anfordeurngen dienen bei der Lösungsentwicklung quasi als Pflichtenheft. Alle Kriterien müssen Berücksichtigung finden. Nicht leicht, werden Sie denken. Stimmt, ist aber machbar.
Erstaunlicherweise entstehen oft auf Anhieb Lösungen, die für die meisten schon ziemlich akzeptabel sind. Der Grund: Es geht nicht mehr um konkurrierende Vorlieben, sonern um das Erfüllen eines miteinander verabschiedeten Anforderungskatalogs.
Schließlich werden Lösungsvorschläge an den gesammelten Kriterien gespiegelt. Welche Lösung berücksichtig die Kriterien am besten?
"Wir kamen einfach nicht zusammen, wir waren so völlig unterschiedlicher Meinung. Und ich dachte mir, wie soll das durch einen Workshop anders werden? Am Ende hatten wir eine gemeinsame Lösung, mit der wir alle leben konnten."
Zu einer Entscheidung kommen
Schließlich wird mit der offensichtlich geeignetsten Lösungsvariante weitergearbeitet, sie vielleicht noch verfeinert und und eine Entscheidung herbeigeführt.
Vorhandene Einwände, Vorbehalte oder Bedenken werden in die Lösung integriert, indem Details verändert werden.
Bei all dem geht es immer wieder darum, die Bereitwilligkeit aller Stakeholder zu gewinnen, mit einer Lösung mitzugehen. "Might you be willing ..." fragt Miki Kashtan in Ihren Workshops nicht nur einmal.
Unterschied zu KonsenT und Konsens
Beim KonsenT, wie er in der Soziokratie oder Holokratie praktiziert wird, sind nur schwerwiegende oder berechtigte Einwände zugelassen. Das Ziel ist, den Widerstand gegen eine Lösung zu minimieren, so dass es kein Nein mehr gibt. Das wäre im Sinne von Convergent Facilitation aber zu wenig, wenn eine große Tragfähigkeit erforderlich ist.
Convergent Facilitation variiert deshalb die Schwelle, mit der Einwände eingebracht werden können. Ist eine hundertprozentige Tragfähigkeit einer Entscheidung erforderlich, werden auch leichtere Vorbehalte und Bedenken aufgenommen und integriert. Am Ende steht dann eine Lösung, die von allen wirklich voll und ganz mitgetragen wird.
KonsenS ist meistens nur in Gruppen möglich, die ähnlich denken und ähnliche Interessen haben. In Stakeholdergruppen mit divergenten Perspektiven und Interessen ist Konsens kaum erreichbar. Warum nicht? Weil er auf Vorlieben beruht, nicht auf den Bedürfnissen aller. Außerdem besteht in solch homogenen Gruppen oft ein gewisser Druck, nicht von seinem Vetorecht Gebrauch zu machen und einer Lösung zuzustimmen.
Convergent Facilitation hingegen lädt Dissens absichtlich ein, um ihn zu integrieren. Das Ziel ist, eine Lösung so lange zu verfeinern, bis alle Bedürfnisse abgedeckt sind und jeder voll und ganz hinter der Entscheidung stehen kann. Aus dieser Perspektive könnte eine Entscheidung mit Convergent Facilitation noch wasserdichter sein als mit einem Konsens.
Unterschied zur Mediation
Mediation wurde als Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktregelung entwickelt. Ein Mediator wird meistens erst dann hinzugezogen, wenn die Stakeholder bereits in einen Konflikt geraten sind, den sie alleine nicht lösen können. Meistens geht es dabei um Verteilungskonflikte, Handlungskonflikte (eine Partei will, dass die andere etwas tut) oder Unterlassungskonflikte (eine Partei will, dass die andere Partei etwas unterlässt).
Bei Convergent Facilitation geht es mehr um das gemeinsame Gestalten. Deshalb setzt Convergent Facilitation idealerweise bereits am Anfang eines Prozesses an, wenn klar ist, dass für einen Sachverhalt eine Lösung entwickelt werden soll oder muss und bekannt ist, dass untersschiedliche Interessen existieren. Manchmal wird das zwar schon als Interessenskonflikt empfunden, obwohl noch gar kein echter Konflikt vorliegt. Converent Facilitation lässt sich aber auch dort einsetzen, wo Versuche einer Lösungsfindung bereits gescheitert sind.
Miki Kasthtan über Convergent Facilitation
"Besonders beeindruckt hat mich das Konzept der Willingness, das mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist."
Miki Kasthtan :: Ihr Buch
Miki Kasthan hat erst vor Kurzem ihr gesammeltes Facilitation-Wissen in einem Buch veröffentlicht. Convergent Facilitation wird hier umfassend und sehr praxisnah beschrieben.
The Highest Common Denominator
Using Convergent Facilitation to Reach Breakthrough Collaborative Decisions, Fearless Heart Publications, 2020
(zurzeit nur als e-Book erhältlich)
Hinweis: Die Übersetzung ins Deutsche erfolgt zurzeit durch agonda. Die Erscheinung der deutschen Version ist für 2026 geplant.
Beispiele von uns begleiteter Vorhaben
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