Konfliktklärung mit Restorative Circle Waldorf KiTa

Konfliktklärung mit Restorative Circle

Als KiTa-Gemeinschaft aktiv mit Gewaltanschuldigungen umgehen.

Die Mutter eines Kindes hatte überraschend Anzeige bei der Polizei erstattet und das Jugendamt verständigt. Sie ging davon aus, dass eine der Erzieherinnen den Kindern gegenüber Gewalt ausgeübt hatte. Die gesamte KiTa-Gemeinschaft war in Aufruhr, zutiefst erschüttert und aus der Bahn geworfen.

Es ging gar nicht anders: man musste miteinander sprechen. Nicht nur das Wohl der Kinder, sondern auch die Zukunft der betreffenden Erzieherin und sogar die der ganzen KiTa-Gemeinschaft standen auf dem Spiel. Es drohte zu zerbrechen, was gemeinsam aufgebaut worden war: ein sicherer und liebenswerter Raum für die Kinder und ihre Familien.

Man kam zu einer Konfliktklärung zusammen, um sich der schmerzlichen Situation zuzuwenden und gemeinsam einen Weg zu finden, damit umzugehen. Der Vorprozess und der Klärungsdialog wurden in Anlehnung an Dominic Barters Restorative Circle gestaltet.

Es wurde eine Klärungsgemeinschaft gebildet, die die wichtigen Perspektiven einschloss: natürlich waren die Mutter und die Erzieherin dabei, um die herum der Konflikt aufgetreten war. Dazu kamen darüber hinaus der Vorstand, die pädagogische Leitung, zwei Kolleginnen aus dem Team und mehrere Elternteile.

Es waren also Vertreterinnen derjenigen im Raum, die von den Auswirkungen betroffen sind, die aber auch dabei helfen können den Konflikt zu verstehen und durch ihr gemeinsames Aktiv-Werden zu einer Veränderung beitragen können.

Gemeinsam erforschte man einzelne Situationen, die im Raum standen. Was war konkret passiert? Wie war es dazu gekommen? Was waren die Beweggründe der Erzieherin gewesen? Was lag der Mutter am Herzen, die das Ganze eskaliert hatte? Was hatte sie veranlasst so zu handeln? Wofür waren alle mit ihrem Verhalten eingetreten?

Erst nach und nach konnten die Beteiligten nachempfinden, wie es den jeweils anderen mit dem Vorgefallenen geht. Es wurde gemeinsam geklärt, was aus Sicht der unterschiedlichen Akteuere tatsächlich vorgefallen war. Für alle wurde sichtbar, wie schmerzlich die Situation auch für die jeweils Anderen ist. Ein großes gemeinsames Bedauern darüber wurde spürbar.

Auf dieser Basis wurde es möglich, wieder aufeinander zuzugehen. In der Phase der Vereinbarungen gab es viele Unterstützungsangebote an die Erzieherin. Man wollte für sie da sein und sie in den für sie besonders herausfordernden Situationen besser als bisher unterstützen. Auch die betreffende Mutter sprach den Wunsch aus, wieder so gut wie bisher mit den Anderen im Kontakt zu sein. Es wurde gemeinsam vereinbart, wie man die KiTa-Gemeinschaft über das konkrete Ergebnis informiert und weiter im Gespräch bleiben will.

Zum Schluss fühlte man sich dünnhäutig und wie durchgewalkt. Man hatte sich einander gezeigt und war für einander eingetreten. So hatte das angegriffene Vertrauen in einander wieder Fuß fassen können und war nun auf dem Weg der Besserung.

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