Vorstand und Betriebsrat raufen sich zusammen
Ein Klassiker. Begleitet mit Restorative Circle.
In den Wogen eines tiefgreifenden Transformationsprozesses hatte sich bei einer börsennotierten Aktiengesellschaft das Verhältnis von Vorstand und Betriebsrat sukzessive verschlechtert.
Der Vorstand warf dem Betriebsrat vor, den Flurfunk zu befeuern, aktiv Stimmungsmache zu betreiben und ihn aushebeln zu wollen.
Der Betriebsrat vermutete „unlautere“ Motive hinter den vom Vorstand initiierten Veränderungen und war der Ansicht, er würde Lügen verbreiten, wäre nicht selbstkritisch und insgesamt nicht lösungsorientiert.
Die Fronten waren bereits verhärtet und das gegenseitige Vertrauen angegriffen. Angestoßen von der internen Organisationsentwicklerin traf man sich – nach Vorgesprächen mit allen Beteiligten – zu einem eintägigen
Restorative Circle, um den Konflikt zu klären.
Im stark strukturierten Pendel-Dialog wurde für alle nachvollziehbar:
- was das eigentlich Schmerzliche ist, das hinter den Angriffen und Zuschreibungen steht
- was für die Beteiligten auf dem Spiel steht und was genau sie bewogen hatte, so zu handeln
- welche sehr persönlichen Hintergründe die gegenseitigen Vorwürfe haben
Die Klärung des Konfliktes dauerte nur einen Vormittag, auch wenn mitunter mehrere Gesprächsschleifen notwendig waren, bis die Beteiligten von ihren verhärteten Urteilen übereinander loslassen konnten.
Dabei wurde alles angesprochen, von dem man wollte, dass die anderen es
„endlich einmal begreifen“. Und es wurde so lange gesprochen, bis jede/r sicher sein, dass beim Gegenüber auch
tatsächlich angekommen
ist, worum es dabei in der Tiefe geht.
Nach dem Mittagessen viel es dann ganz leicht, einander neue Angebote zu machen. Man blickte nach vorne und traf Vereinbarungen dazu, wie man in der kommenden Zeit gemeinsam agieren wollte – insbesondere auf den Feldern, die bis dato für alle Beteiligten herausfordernd waren.
Man stellte die Zusammenarbeit gemeinsam auf ein neues Fundament.
Mehr zum Umgang mit Konflikten finden sie hier.
